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Offener Brief an die Weltgesundheitsorganisation

4. November 2021 – 7 Min

An:Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation

Datum:3. November 2021

Betreff:Offener Brief an die WHO bzgl. des aktuellen Fahrplans zur Belüftung 

Sehr geehrter Herr Dr. Tedros und Team,

zunächst möchte ich Ihnen zu Ihrer Nominierung für eine zweite fünfjährige Amtszeit als Leiter der Weltgesundheitsorganisation gratulieren. Da Sie die globale Reaktion auf die COVID-19-Pandemie von Anfang an geleitet haben, besteht allgemein das Vertrauen, dass Sie weiterhin das Ruder in der Hand haben sollten.

Mit diesem Schreiben möchten wir Sie auffordern, Ihre kritischen Leitlinien zum Thema Belüftung zu aktualisieren. Nachdem akzeptiert wurde, dass COVID-19 hauptsächlich über luftgetragene Partikel und nicht über kontaminierte Oberflächen verbreitet wird, hat die WHO in ihrer Roadmap to improve and ensure good indoor ventilation in the context of COVID-19“ vom April 2021 den Schwerpunkt zu Recht auf Maßnahmen zur Infektionskontrolle in Bezug auf saubere Luft gelegt.

Covid-19 und seine Varianten stellen nach wie vor eine ernste Bedrohung für die Weltgesundheit dar, und der Fahrplan enthält eine Reihe von Themen, die dringend behandelt werden müssen.

10 Liter Frischluft pro Sekunde pro Person sind eine Menge

Die empfohlene Luftwechselrate von 10 Litern Frischluft pro Sekunde und Person (L/s/Person) in Nichtwohngebäuden ist zwar ein positiver Schritt nach vorn, doch in der Realität klafft zwischen dem Ideal und der Realität eine große Lücke. Die Lüftungsanlagen vieler Gebäude bieten Lüftungsraten, die nicht annähernd an 10 l/s/Person heranreichen – ein großer Teil älterer Gebäude bietet überhaupt keine Lüftung. Ebenso sind viele Krankenhäuser strukturell unterbelüftet und können die für Gesundheitseinrichtungen vorgeschriebene höhere Luftwechselrate von 60 l/Patient nicht erreichen.

Es ist an der Zeit, dass wir dieses Defizit auf globaler Ebene als Norm und nicht als Ausnahme der Regel anerkennen. Wo die Notwendigkeit besteht, diese Lücke zu schließen, sollten tragbare Luftreiniger nicht als letzte Instanz angesehen werden, „wenn keine andere (kurzfristige) Strategie angewendet werden kann“. Die Lösung der mobilen Luftreiniger sollte als allgemein praktikable Maßnahme zur Infektionsbekämpfung angesehen werden, so dass gilt: „Gesamtlüftung = Außenluftlüftung + Luftreinigung“. Vor allem im Gesundheitswesen sollte dies mehr Relevanz haben, als die maximale Raumbelegung zu reduzieren, um den Standard (L/Patient) zu erfüllen, der derzeitig in vielen Krankenhäusern für Rückstau sorgt. Mobile medizinische Luftreiniger ergänzen nachweislich die HVAC-Systeme im Gesundheitswesen, wodurch die Betriebskapazität erhöht und die Leerlaufzeiten verringert werden.  

Nicht alle Luftreiniger bieten die ausreichende Leistung, aber es gibt qualitativ hochwertige Geräte, die von anerkannten, unabhängigen Quellen getestet und validiert wurden. Solche Geräte sind in Krankenhäusern bereits weit verbreitet, um Engpässen bei der Frischluftzufuhr entgegenzuwirken, insbesondere in Abteilungen für Lungenkrankheiten und in Bereichen der Infektionskontrolle. Von Fachleuten geprüfte wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sie die Anzahl der Partikel und Krankheitserreger in kürzester Zeit wirksam reduzieren.

Außerdem sollte die Prämisse, dass „Luftreiniger allein unter keinen Umständen die Frischluftzufuhr ersetzen“, mit einem Vorbehalt versehen werden, da die Außenluft nicht immer frisch bzw. sauber ist. In vielen Städten kann sie stark verschmutzt sein, und wenn schmutzige Außenluft durch Lüften in die Innenräume gelangt, erhöht sich dadurch die Dichte der verschmutzenden Feinstaubpartikel in den Innenräumen. Im Video der WHO vom Oktober 2020 über Risikominderung erkennt Dr. Maria Neira diesen Punkt an, der jedoch im Fahrplan nicht aufgeführt wird.

HEPA ist der allgemeine Standard

Für das Gesundheitswesen lautet die Empfehlung zur Überbrückung der Lücke in Sachen Belüftung: „Erwägen Sie die Verwendung eines eigenständigen Luftreinigers mit HEPA-Filter“. Für Nichtwohngebäude empfiehlt die WHO dagegen „die Verwendung eines eigenständigen Luftreinigers mit MERV 14 / ISO ePM1 70-80 % Filter (44)“.

Gemeinschaftsräume wie Büros sollten nicht mit minderwertigen Filtern ausgestattet werden. Wir fordern die WHO daher dringend auf, ihre Leitlinien mit den Empfehlungen anderer Behörden wie der US-amerikanischen CDC und des britischen SAGE-Ausschusses abzustimmen, die für Nichtwohnräume ausschließlich HEPA-Filterung empfehlen.

MERV-14-Filter fangen Partikel mit einer Größe von 0,3 bis 1,0 Mikrometern mit einer Wirksamkeit von 75-84 % und Partikel zwischen 1,0 und 10,0 Mikrometern mit einer Wirksamkeit von 90 % ab. Die entsprechenden Werte für HEPA-Filter liegen bei 99,97 % und fast 100 %. Tatsächlich erreicht die HEPA-Filtration eine Wirksamkeit von 99,99 % sowohl für die typische Größe, in der COVID-19-Partikel als Aerosole in der Luft übertragen werden (unter 0.1 Mikrometer), als auch für die typische Größe, in der COVID-19-Partikel übertragen werden, wenn sie von großen Atemflüssigkeitströpfchen umhüllt sind (über 10 Mikrometer). Bei seiner geringsten Wirksamkeit – 0,3 Mikrometer – ist ein HEPA-Filter zu 99,97 % wirksam.

Auf die Vernichtung durch UVC sollte nicht verzichtet werden

Neben dem Einfangen von COVID-19-Partikeln mithilfe des HEPA-Filters, ist es wichtig, sie danach nachhaltig zu vernichten. Andernfalls werden die Filter zu einer Sammelstelle für lebende Viren, die irgendwann (z. B. beim Filterwechsel) mit Menschen in Kontakt kommen und somit eine Gefahr darstellen. UVC-Licht bricht die DNA und RNA von Krankheitserregern wie COVID-19 auf und inaktiviert sie dadurch. UVC sollte jedoch unbedingt als Teil der Lösung betrachtet werden, nicht als Ersatz für die HEPA-Filterung – es ist eine ergänzende Technologie.

Obwohl der Fahrplan UVC bislang nicht erwähnt, wird UVC im März 2020 im„Practical manual to set up and manage a Severe Acute Respiratory Infections (SARI) treatment centre and a SARI screening facility in health care facilities“(in etwa: Praktisches Handbuch zur Einrichtung und Verwaltung eines Behandlungszentrums für schwere akute Atemwegsinfektionen (SARI) und einer Untersuchungsstation für SARI in Einrichtungen des Gesundheitswesens) der WHO sehr befürwortet: 

WHO sehr befürwortet: „Mikroben reagieren besonders empfindlich auf Licht mit einer Wellenlänge von 253,7 nm oder weniger, da die maximale Absorptionswellenlänge eines DNA-Moleküls 260 nm beträgt (19). Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit der Inaktivierung durch Fern-UVC-Licht bei Viren nachgewiesen, die durch Aerosole in der Luft übertragen werden. So inaktiviert beispielsweise eine sehr niedrige Dosis von 2 mJ/cm2 222-nm-Licht mehr als 95 % des über die Luft übertragenen H1N1-Virus (20), während mit dem UVC-basierten System in Thrombozytenkonzentraten Virusreduktionsfaktoren von 3,4 oder mehr für SARS-CoV erreicht wurden (21).“

Der Leitfaden sollte darauf hinweisen, dass die UV-Lampe eingeschlossen sein muss, um die Augen nicht zu schädigen, und dass die Wellenlänge über 240 Nanometer liegen muss, um die Wirksamkeit zu gewährleisten, ohne Ozon zu erzeugen.

Warnung vor schädlichen Technologien

Angesichts der wichtigen Rolle der WHO bei der weltweiten Koordination der öffentlichen Gesundheit gibt es starke Argumente für die Ausweitung der Leitlinien zur Luftreinigung – so kann vor Technologien gewarnt werden, die der menschlichen Gesundheit potenziell schaden könnten. 

Schädliche Nebenwirkungen werden mit der Art von Luftreinigern in Verbindung gebracht, die manchmal als „additive“ Technologien (basierend auf indirekter chemischer Reaktion) im Gegensatz zu „subtraktiven“ (Filtration und direkte Inaktivierung) bezeichnet werden.

Der SAGE-Ausschuss (Scientific Advisory Group for Emergencies) des Vereinigten Königreichs bringt es auf den Punkt:

„Geräte, die auf anderen Technologien basieren (Ionisatoren, Plasma, chemische Oxidation, photokatalytische Oxidation, elektrostatische Abscheidung), haben nur eine begrenzte Evidenzbasis, die die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 belegt, und/oder können unerwünschte chemische Nebenprodukte erzeugen, die zu gesundheitlichen Auswirkungen wie Atemwegs- oder Hautreizungen führen könnten (mittleres Vertrauen). Diese Geräte werden daher nicht empfohlen, es sei denn, ihre Sicherheit und Wirksamkeit kann durch einschlägige Testdaten eindeutig und wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Die Verwendung von chemischen Sprays wie Triethylenglykol zur Reinigung der Luft in bewohnten Räumen hat nur eine begrenzte Evidenzbasis in Bezug auf die Wirksamkeit bei der Verringerung des Risikos der Übertragung von Viren durch die Luft und hat potenzielle Auswirkungen auf die Gesundheit derjenigen, die ihr über einen langen Zeitraum ausgesetzt sind (mittleres Vertrauen).

Sprühkabinen zur Dekontamination von Personen werden nicht empfohlen. Es ist unwahrscheinlich, dass sie gegen das Virus wirksam sind. Sie können schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen haben und ihre Sicherheit bietet Anlass für Bedenken.“

Luftreinigung bedeutet weniger Kohlenstoffemissionen

Die WHO gibt an, dass der Klimawandel die größte Gesundheitsbedrohung für die Menschheit darstellt, und zwei Ihrer Initiativen im Rahmen des COP26 Health Programme (COP26-Gesundheitsprogramms) umfassen den „Aufbau klimaresistenter Gesundheitssysteme“ und die „Entwicklung kohlenstoffarmer nachhaltiger Gesundheitssysteme“.

Die bebaute Umwelt ist ein großer Energieverbraucher. Hier einige wichtige Statistiken:

  • Gebäude verbrauchen etwa 40 % der in den USA und 24 % der weltweit genutzten Energie.
  • HLK-Systeme verbrauchen zwei Drittel der Energie für Wohn-, Geschäfts- und öffentliche Gebäude in den Industrieländern.
  • Die Aufbereitung der von außen in den Raum kommenden Luft (während des Lüftens) auf die richtige Temperatur kann etwa die Hälfte der Energie für die Klimatisierung von Gebäuden ausmachen.
  • Wohn- und Geschäftsgebäude sind für 40 % der CO2-Emissionen in den USA verantwortlich.

Luftreinigungsgeräte verbrauchen sehr wenig Energie, in der Regel weniger als 250 W – ihre Betriebskosten belaufen sich auf ein paar Cent pro Tag. Das ist nur ein winziger Bruchteil der täglichen Kosten von HLK-Systemen, die die Frischluftzufuhr heizen oder kühlen.

An Orten, an denen die Belüftungsrate erhöht werden muss, um die WHO-Richtlinien zu erfüllen, lassen sich mithilfe eines Luftreinigers erheblich Energiekosten einsparen, anstatt die Belüftungsrate der RLT-Anlage erhöhen zu müssen. In Räumen, in denen es keine Lüftungsanlagen gibt, können die Fenster durch den Einsatz eines Luftreinigers länger geschlossen bleiben, wodurch der Energieverbrauch der Heizkörper reduziert wird. Dies ist vor allem in großen, älteren Gebäuden, wie z. B. Schulen, von Vorteil. Ein Vorteil der Luftreinigung, der das Ziel der Vereinten Nationen unterstützt, die weltweiten Emissionen drastisch zu senken und die Erderwärmung in diesem Jahrhundert auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Dieser äußerst wichtige Aspekt sollte im Lüftungsfahrplan nicht außer Acht gelassen werden.

Die in diesem Schreiben unterbreiteten Vorschläge sind als konstruktive Vorschläge gedacht, die gut gemeint sind und darauf abzielen, auf den positiven Schritten aufzubauen, die die WHO bereits in Bezug auf die Eindämmung der COVID-19-Pandemie unternommen hat.

Ich freue mich, Weiteres mit Ihnen zu besprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Edward Ballsdon

Air Quality Consultant DACH

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