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US-Umweltschutzbehörde (EPA) spricht sich für saubere Luft in Gebäuden aus und macht Schritt in die richtige Richtung

22. März 2022 – 5 Min

Am 17. März hat die US-Umweltschutzbehörde (EPA) einen Leitfaden zur Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen und zur Verringerung des Risikos der Verbreitung gefährlicher Partikel über die Luft veröffentlicht. Der Leitfaden – der in Zusammenarbeit mit dem Energieministerium, dem Center for Disease Control and Prevention (CDC) und anderen Behörden entwickelt wurde – baut auf dem „National COVID-19 Preparedness Plan“ der Regierung Biden-Harris auf, einem Fahrplan, der Sicherheit gewährleisten soll, während die amerikanische Bevölkerung zur Normalität zurückkehrt.

Dass das Thema Luftqualität in Innenräumen nun fest auf der politischen Agenda steht, ist erfreulich, ebenso wie die Bereitstellung finanzieller Mittel durch die Regierung über den American Rescue Plan und die Mittel des Bipartisan Infrastructure Law. Und doch ist es nur ein kleiner Schritt in Richtung sauberer Innenraumluft – größere Schritte sind nach wie vor überfällig.

Der neue Leitfaden der EPA

Die Clean Air in Buildings Challenge der EPA enthält vier allgemeine Empfehlungen:

  1. Schaffung einer Initiative für saubere Luft in Innenräumen zur Untersuchung der Luftqualität in Innenräumen, Planung von Upgrades und Verbesserungen sowie Inspektionen und Wartung von Klimaanlagen.
  2. Optimierung der Frischluftzufuhr, indem saubere Außenluft in die Innenräume gebracht wird und dort zirkuliert.
  3. Verbesserung der Luftfilterung und -reinigung unter Verwendung des vorhandenen HVAC-Systems in Kombination mit Luftreinigungsgeräten in den Räumlichkeiten.
  4. Einbindung der Menschen durch Kommunikation mit den Gebäudenutzer*innen, um das Bewusstsein, das Engagement und die Beteiligung zu fördern.

Es ist sehr erfreulich, dass Luftreinigungsgeräte für Innenräume so befürwortet werden. Hier wirft der Leitfaden zur Luftreinigung jedoch ein paar Fragen auf.  

Ratschläge zur mobilen Luftreinigung: Wir müssen weiterdenken

Der nächste Teil des Leitfadens zur Luftreinigung könnte für die ein oder andere Person irreführend sein:

„Verwenden Sie mobile Luftreiniger, um die Luftreinigungsrate in Bereichen zu erhöhen, in denen der Luftstrom und die zentrale Filterung unzureichend sind:

  • Wählen Sie Geräte, die für den Raum, in dem sie verwendet werden sollen, auch die richtige Größe haben. Ziehen Sie ENERGY STAR-zertifizierte Produkte in Betracht. Wenn Lärm ein Thema ist, suchen Sie nach dem Produkt mit dem niedrigsten Geräuschpegel.
  • Als vorübergehende Maßnahme können Sie auch selbst Luftreiniger aus HVAC-Filtern und Kastenventilatoren bauen.“

Bei der Auswahl von Geräten mit einer angemessenen Größe für den Raum ist es wichtig, die Kubikmeterzahl des Raums auf die Luftreinigungsleistung des Luftreinigers abzustimmen. Viele kleine Luftreiniger reichen nicht einmal aus, um die Luft in einem kleinen Schlafzimmer zu reinigen, geschweige denn in einem größeren Raum. Der Hinweis auf die Auswahl der leisesten Luftreiniger ist geradezu gefährlich. Leise kann ein Zeichen für Ineffektivität sein. Es ist eine echte technische Herausforderung, die gesamte Raumluft zu reinigen, nicht nur die Luft um das Gerät herum. Es erfordert einen robusten Lüfter, der zwangsläufig ein gewisses Geräusch erzeugt, sowie eine smarte Konstruktion die Ausatemströmungen vermeidet. Viele Luftreiniger werben damit, dass der Lüfter über eine sehr leise „Flüster“- oder „Schlaf“-Einstellung verfügt (10 bis 20 dBA). Was sie den Kunden nicht sagen: Bei dieser Lüftereinstellung wird nur eine sehr geringe Luftmenge gereinigt – wenn überhaupt, da der niedrige Luftdruck wahrscheinlich wenig bis keine Luft durch den Filter drückt.

Erschreckenderweise befürwortet die EPA DIY-Luftreiniger. Dies untergräbt die Rolle von ordnungsgemäß konstruierten Luftreinigern, nicht nur den Filter selbst, sondern auch das Gehäuse, das verhindert, dass Partikel den Filter umgehen, und das UV-Licht, was es erst sicher macht, den Filter zu berühren.  Die Weblinks verweisen auf weitere Leitfäden zur Luftreinigung, die sich jedoch ausschließlich auf Luftreiniger für Privathaushalte konzentrieren. Dabei wird das größte Risiko, nämlich die Verbreitung von Infektionen in öffentlichen Räumen, übersehen. 

Alte Fehler: Lasst uns daraus lernen

Bei der Erarbeitung weiterer Leitlinien ist es wichtig, aus den bisherigen Fehlern zu lernen. Nachdem 58 Millionen Dollar für 157.000 Luftreiniger ausgegeben wurden, berichtete man, dass in den öffentlichen Schulen von New York City die COVID-19-Fälle im Vergleich zu Gebäuden mit besserer Belüftung bei Schüler*innen um 23 % und bei den Mitarbeiter*innen um 29 % gestiegen sind.

Während die bewährte HEPA-Filterung von der CDC empfohlen wird, wurden für die New Yorker Schulen Luftreiniger mit der unbelegten Ionisierungstechnologie Disinfecting Filtration System (DFS) angeschafft. Dies geschah, obwohl es keine unabhängigen Tests durch Dritte gab, die die Leistung bestätigt hätten, obwohl der Hersteller behauptete, seine Technologie sei der HEPA-Technologie überlegen. Ein anschließender Labortest von Brent Stephens – einem Professor und Vorsitzenden der Abteilung für Bau-, Architektur- und Umwelttechnik am Illinois Institute of Technology – ergab offenbar, dass die Luftreinigungsrate des Geräts, die in stark frequentierten Klassenzimmern von entscheidender Bedeutung ist, im Vergleich zu anderen Luftreinigungsprodukten ineffizient war.

Die Anbieter sollten unabhängige Labortests zum Nachweis ihrer Leistungsangaben vorlegen. Produkte, die Auswirkung auf unsere Gesundheit haben, sollten nicht angeboten werden, ohne dass Nachweise von anerkannten Institutionen vorliegen, die vorzugsweise durch Echtzeit-Tests untermauert werden.

Subtraktive vs. additive Technologien

Der EPA-Leitfaden gibt keine eindeutige Anweisung zu geeigneten, bewährten und sicheren Technologien. Führende Gesundheitsbehörden, darunter das CDC, raten von der Verwendung „additiver“ Luftreinigungstechnologien ab bzw. diese mit Vorsicht zu genießen, egal wie sicher sie angeblich sind. Hierbei handelt es sich um Technologien, bei denen der Luft Chemikalien zugesetzt werden. Dazu gehören Geräte, die Ionisierung, Plasma oder Titandioxid verwenden. Die Behörden stellen fest, dass es nicht genügend Langzeitstudien zur Sicherheit dieser Produkte und die Auswirkungen dieser Technologien auf die Gase in der Raumluft und die Raumluftumgebung gibt.

Eine unabhängige Forschungsstudie des Massachusetts Institute of Technology (MIT), die im Oktober 2021 veröffentlicht wurde, fand heraus, dass flüchtige organische Verbindungen (VOCs), einschließlich Formaldehyd, nach dem Einsatz von vier Luftreinigern mit Ionisierungs- und Plasmatechnologie tatsächlich zunahmen.

In jedem Fall zeigen Forschungsstudien, dass die HEPA-Filtration die effizienteste Luftfilterung ist.

Dabei handelt es sich um eine Filtertechnologie, die sich seit Jahrzehnten bewährt hat und von der NASA befürwortet wird. Aus diesem Grund empfehlen die WHO, CDC und andere Behörden nur die Verwendung von HEPA und in bestimmten Fällen UVC, die als „subtraktive“ Technologien bezeichnet werden.

Schlussfolgerung

Neun von zehn Menschen atmen regelmäßig Luft mit Schadstoffwerten ein, die über den von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerten liegen. Der Aufruf zum Handeln, um die Luftqualität in Innenräumen zu verbessern und die öffentliche Gesundheit zu schützen, ist begrüßenswert und zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht nur wegen Covid, sondern wegen der allgemein schädlichen Auswirkungen verschmutzter Innenraumluft. Aber die EPA-Richtlinien sind mangelhaft und gehen nicht weit genug.

In einem Statement des Weißen Hauses scheint diese Einschränkung anerkannt zu werden. Darin heißt es: „Die Regierung wird Anstrengungen unternehmen, um zu erklären, wie eine gute Belüftung und Luftfilterung als wichtige Komponente bei der Verringerung der Ausbreitung von Krankheiten aussehen und wie Gebäude jeglicher Art Verbesserungen ihrer Belüftungs- und Luftfilterungsstrategien vornehmen können.“

Die Gesundheit der Nation steht auf dem Spiel. Ein kleiner Schritt in Richtung besserer Innenraumluftqualität für alle war längst überfällig. Was wir jetzt brauchen, ist eine Regulierung oder, falls dies nicht möglich ist, eine sinnvolle Zusammenarbeit zwischen der Regierung und der landesweit (und weltweit) führenden akademischen Gemeinschaft für Innenraumluftqualität.

Mit einer engeren Zusammenarbeit kann ein kleiner Schritt in Richtung sauberer Innenräume zu einem großen Sprung werden.

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